Vor Beginn des Neun-Tage Gebets
* Mache dir klar: Auf welche Frage suche ich momentan Antwort? Versuche das schriftlich festzuhalten
* Reserviere dir am besten einen festen Zeitpunkt, an welchem du täglich die Novene betest.
* Sei wachsam für das, was in den kommenden Tagen passiert, in dir und um dich herum, für die Gedanken, die dich treffen, und die Einsichten, die du bekommst, auch wenn sie vielleicht nicht bequem sind. Gott spricht zu dir durch Ereignisse und durch das, was in deinem Herzen lebendig ist.
* Frage dich am Abend: Was habe ich heute gelernt? Welche Erfahrung, welches Wort ist mir wichtig? Du kannst darüber ein „Tagebuch deiner Lichtblicke“ führen.
* Wähle eine der Anregungen „Konkret im Alltag“ und versuche, sie umzusetzen – an einem oder an mehreren Tagen
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1. Tag – Ich will leben
Endlich leben. Das wünsche ich mir. Ein volles, erfülltes, befreites Leben. Lange genug habe ich mich einfach leben lassen, eingezwängt in Termine, Verpflichtungen...
Alle wollen etwas von mir – ich selbst auch -, erwarten, dass ich funktioniere, dass ich gut drauf bin, alles im Griff habe. Aber ich bin keine Maschine. Ich bin ein Mensch. Und ich will leben. So.
Wissen, was mir Kraft gibt und mich am Leben erhält. Wo die Wurzel meines Lebens ist. Mir bewusst sein, wem ich gehöre: Ich bin erwählt, ein Kind Gottes zu sein, geborgen in seiner unvorstellbar großen Liebe. Ohne Bedingungen. Ein Leuchten tief in meinem Herzen. Maria ist meine Mutter, bei der ich daheim sein kann – und tiefer zu Gott, zur Wahrheit und zum Leben finde.
„Gottes persönliches Interesse an uns ist unendlich aufmerksam und unendlich zärtlich.“
„ Sicherheit gibt es nur im Herzen und an der Hand Gottes.“
Konkret im Alltag anwendbar:
* Gibt es einen Augenblick auf meinem bisherigen Lebensweg, in dem ich spüren durfte, dass Gott mir nah ist und mich liebt?
* Ich setze mich vor ein Bild von Maria / Jesus und lasse mich einfach von ihr / ihm anschauen.
Gebet:
Lieber Gott, ich glaube, dass du da bist. Du – die Liebe, die Freude, die Lebensfülle. Dir darf ich gehören.
Mitten in meinem Alltag schaue ich auf zu dir und suche deinen Blick. Meine namenlose Sehnsucht nach Leben, nach Freiheit, nach Glück, nach dir halte ich dir hin. Wer außer dir könnte sie erfüllen? Bitte las mich nicht allein. Halte mich und stärke mich. Binde mich noch fester an dich. Gib, dass in mir die Gewissheit wächst: Du bist immer bei mir.
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2. Tag – Blick nach vorn
Vor mir liegt die Zukunft, mein Leben, alles ist offen, voll faszinierender Möglichkeiten. Ich würde gerne wissen, was ich machen soll, was wirklich Sinn macht, wofür sich alles lohnt.
... Schneller, lauter, härter – ist das mein Leben? Nein. Das reicht nicht. Es reicht einfach nicht. Ich will wissen, wofür es mich gibt.
Gott hat etwas in mich hineingelegt, das nur mir gehört und das mich allein ausmacht: mein persönliches Ideal, mein innerstes Geheimnis, meine Berufung.
Für jeden Menschen, auch für mich, gibt es einen ganz persönlichen Lebenssinn. Einen persönlichen Auftrag, den mir Gott für diese Welt gegeben hat. Einmalig. Nur ich kann ihn erfüllen. Es hat einen Sinn, dass es mich gibt.
Es ist nicht leicht in unserer lauten Welt, bewusst hinzuhören, auf die Stimme meiner Sehnsucht. „Wer möchte ich gerne sein, vor mir selbst, für Gott, für andere?“ Die Antwort trage ich in mir. Ihr will ich folgen.
„Liebe Mutter / Lieber Gott, führ mich hin, wo ich dir am liebsten bin.“
Durch die Sehnsucht fängt in der Seele eine geheimnisvolle Kraft an wirksam zu werden.
Habe doch die Sehnsucht nach Heiligkeit, nach wirklicher Heiligkeit!
Konkret im Alltag anwendbar:
* Ein Tagebuch schreiben. Darin halte ich meine Gedanken und Gefühle fest. Das hilft, sensibler zu werden, für die eigenen Lebensträume.
* Was bringt mich zum Strahlen, zum Aufblühen, wo fühle ich mich daheim? Wo bin ich so ganz „ich selbst“? Dem gehe ich nach.
Gebet:
Göttlicher Vater, oft ist es dunkel in mir, Ich weiß nicht, wie mein Weg weitergehen soll. Im Grunde genommen ist es so einfach: Du hast mich erdacht, geschaffen, ausgestattet und mit einer Sendung in dieses Leben geschickt. Und du gehst mit mir. Könnte ich doch tiefer verstehen, dass du in mir wohnst, meine Energie, meine Kraftquelle und meine Sicherheit bist. Lass mich deine Ruhe spüren und darin mein ganzes Leben bündeln. Damit ich in deiner Kraft mein Leben für etwas Großes einsetze.
Hilf mir, meiner Sehnsucht zu trauen und zeige mir, wofür du mich gebrauchen willst in dieser Welt. Hilf mir, das Beste und Höchste in mir zu entdecken und zu leben.
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3. Tag - Gib nie auf!
Und dann kommt irgendwie alles ganz anders als gedacht, als geplant, als ersehnt. Ich habe mir das nicht so vorgestellt. Warum so viele Schwierigkeiten? Es gibt einfach Situationen, die ich nicht verstehen kann. Pläne zerschlagen sich. Vorstellungen. Träume. Ich habe es nicht in der Hand. Komme ich weiter?
Mitgehen mit der Dynamik des Lebens. Sich nicht dagegen stellen und nicht resignieren.
Neue Chancen sehen. Gott hat einen Plan mit mir und meinem Leben. Es ist ein Liebesplan und Gott wird ihn unbedingt durchführen.
Mich der Führung Gottes anvertrauen. Er schreibt auch auf krummen Linien gerade.
Nicht aufgeben – Gott haut auch dort noch Möglichkeiten, wo der Mensch längst keine mehr sieht.
Der Glaube an Gottes Vorsehung ist der schlichte Glaube, dass der liebe Gott von Ewigkeit einen Plan entworfen hat. Es ist nichts zufällig, was im Leben geschieht.
Konkret im Alltag anwendbar:
* Egal, was immer auch passiert: ich gebe nicht auf!
* Ich lasse mich nicht hängen, sondern tue einen kleinen, sinnvollen Schritt, der weiterbringt.
Gebet:
Geliebter Vater, hilf mir, nicht aufzugeben. Ich spüre, dass meine Kraft am Ende ist. Ich kann nicht mehr. Ich verstehe so vieles nicht.
Gib, dass ich auch jetzt noch an deine Liebe glauben kann. Allein schaffe ich das nicht. Ich möchte mitgehen, die Wege, die du mich führst, aber manchmal habe ich das Gefühl, dass ich nicht kann. Dann schenke mir deinen Beistand. Lass mich ruhig werden in dem Bewusstsein, dass du alles zum Guten führen wirst.
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4. Tag – Jetzt!
Manchmal reißt mich das Leben einfach mit sich fort. Ich mogle mich durch die Zeit, heute dies und morgen das. Verplant, total chaotisch, einfach nur gestresst. Wann beginnt überhaupt das wahre Leben – mein Leben? JETZT.
Beginne HEUTE, nicht erst irgendwann, wenn vielleicht die Verhältnisse günstiger sind, damit, als neuer Mensch zu leben. Beginne ein Mensch zu sein, der die von Gott geschenkte Freiheit liebt und sie auch nützt, um große Ziele zu verwirklichen.
Hier und jetzt das Leben selbst verantwortlich in die Hand nehmen. ... Wie geht das?Sehr einfach: „Gehen lernt man durch Gehen, lieben durch Lieben...“
Ein freier Mensch werde ich, wenn ich mich im selbständigen, freien Entscheiden übe, jeden Tag, jede Stunde. Ich lasse mich nicht leben, sondern ich lebe – jetzt.
Jede noch so kleine Alltagsentscheidung, die ich bewusst fälle, stärkt meine Persönlichkeit und lässt mich aufblühen. Besser eine falsche Entscheidung als gar keine. Denn jede Entscheidung setzt Energien frei und bringt mich in Verbindung mit dem Besten in mir. Ich werde die Person, die ich wirklich bin.
Die Nähe der Gottesmutter Maria, jener Frau, die sich frei für Gott entschieden hat, bewirkt ein Mehr an Entschiedenheit und Konsequenz.
„Und wenn wir uns entschieden haben, dann setzen wir auch durch, wozu wir einmal Ja gesagt haben.“
Konkret im Alltag anwendbar:
* Tägliches Entscheidungstraining: Mich in einem konkreten Punkt selbst überwinden und das Bessere wählen.
* Ich sage nicht Ja, wenn ich eigentlich Nein sagen will. Und halte das schlechte Gewissen aus.
* Vor einer Entscheidung: nachdenken – beten – ein wenig abwarten – mich dann für das entscheiden, wohin das Herz am meisten zieht.
Gebet:
Geliebter Gott, hilf mir, mein Leben zu leben, ein entscheidungsfreudiger Mensch zu werden. Lass mich nicht warten auf den großen Kick, die große Veränderung in meinem Leben, sondern jeden Augenblick nutzen, der mit angeboten ist, mein Leben zu gestalten. Schenke mir die Erfahrung: ein neues und großes Leben beginnt, wo ich hier und jetzt versuche, dir Freude zu machen.
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5. Tag – Ich habe Angst
Irgendwie habe ich Angst, mein Glück nicht zu finden.
Angst, die falsche Entscheidung zu treffen.
Angst, verlassen und allein, nichts wert zu sein.
Angst, mich endgültig zu binden.
Angst, es nicht zu schaffen.
Angst, mein Leben zu verpassen.
Angst, mich zu verlieren.
Was mache ich mit dieser Angst?
... Wenn das Glaubenslicht, das in uns leuchtet, nicht mehr, als ein schmaler Strich ist, wenn wir keine sichere Gewissheit haben, dass wir richtig liegen, dann scheint es, als wird (gerade bei Lebens-Entscheidungen) ein „Todessprung für den Verstand“ von uns gefordert. Wagen wir ihn im Glauben und in einer großen, echten Liebe zu Gott.
Es gibt auch für mich einen Weg, Angst und Ungewissheit wirksam zu überwinden:
Mich loslassen. Mutig springen – als Kind in die Arme meines Vaters, der mich grenzenlos lieb hat und nur Gutes für mich will. Im Dunkel wartet er auf mich, Liebe, die mich lebendig macht.
Ich bin nicht letzt verantwortlich für mein Leben! Ich kann mich mit meinen Entscheidungen Gott überlassen. Er hat den größeren Überblick.
Therese von Lisieux sagt: “Von Natur aus bin ich so, dass die Angst mich zurückwirft. Mit der Liebe komme ich nicht nur voran, ich fliege.“
„Gott hat ein klares Ziel, auch wenn der Weg durch Dunkelheit führt.
Ich muss nur eines tun: Mich bedingungslos in seine Arme werfen und voll Vertrauen den Blick nach oben richten.
Wenn ihnen zum inneren Erlebnis wird, dass wir uns keinem „Es“, sondern einem persönlichen, endlos liebendem Vater ausliefern, dann haben wir einen Standort, der durch nichts in der Welt erschüttert werden kann. Dann sehen wir alles, das Größte und Kleinste, das Angenehmste und Bitterste in einer ganz anderen Perspektive. Die Ewigkeit ragt hinein in unser zeitliches Denken, Lieben und Leben, und unser kleines Herz wächst in endlose Welten hinein.“
Konkret im Alltag anwendbar:
* Ein Wort Gottes (an mich) suchen, das mich in Situationen der Angst ermutigt.
* Den Glauben an die göttliche Liebe in meinem Leben vertiefen, indem ich schaue, wo Gott mich verwöhnt, mich beschenkt mit Lichtblicken und Freuden – heute.
Gebet:
Mein Vater, hilf mich auch dann noch an dich und deine Hilfe zu glauben, wenn es ganz dunkel ist. Lass nicht zu, dass die Angst groß und übermächtig wird in mir und mir alle Energien raubt. Beruhige mein ängstliches Herz. Egal was kommt, ich kann nicht tiefer fallen als in deine Arme. Ich bin ja dein Kind.
Pater Kentenich sagt, dass wir dich nicht immer verstehen können, aber dass wir sicher sein dürfen, dass du immer die Liebe bist. Stärke meinen Glauben. Ich verlasse mich auf dich.
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6. Tag – Aus Angst wird Vertrauen
Ja. Ich will vertrauen. Aber immer wieder schleichen sich Zweifel ein. Was ist, wenn es schief geht – mein Leben, die Verabredung, die nächste (Lebens-)Prüfung? Kann man Vertrauen lernen? Ja, man kann. Aber nicht ohne viel Geduld. Langsam wachsend. Denn Vertrauen hat man nicht einfach, Vertrauen wird.
1941 wird Pater Kentenich von den Nazis gefangen genommen und wenig später ins KZ Dachau eingeliefert. Dachau – das hieß, mit dem Tod rechnen. Ein Mithäftling sucht Kontakt zu Pater Kentenich und spricht ihn mit der für diese Verhältnisse alltäglichen Frage an:
„Kommen wir wohl jemals aus dem Schlamassel wieder heraus, Herr Pater?“ Pater Kentenichs Antwort: „ Das ist doch gar nicht die Frage. Die eigentliche Frage ist, ob wir hier den Willen Gottes tun oder nicht!“
Ruhig uns souverän sieht Pater Kentnenich der Situation ins Auge. Er kann das, weil er jemandem vertraut, der größer ist: Gott. Das genau ist in dieser Situation die einzige Chance – und er nutzt sie aus: Lieber Gott, mach mit mir, was du willst, ich bin zu allem bereit.
Blankovollmacht nennt er das: Das Leben ist vergleichbar mit einem leeren Blatt Papier, darauf lediglich meine Unterschrift.
„Einer der wichtigsten Gründe, dass wir nicht ängstlich sein sollen, besteht darin, wir sollen auch dem lieben Gott noch Gelegenheit geben, etwas zu tun“
Pater Kentenichs Codewort für Vertrauen lautet: Mphc, Mater perfectam habebit curam (Die Mutter wird vollkommen sorgen). Sie wird mich nicht enttäuschen. Sie schenkt nicht immer das, was ich erbitte, aber immer mehr: eine größere Liebe, eine größere Freiheit, eine größere Freude. Leben gewinnt Leichtigkeit.
Konkret im Alltag anwendbar:
* Ich nehme mir ein paar Minuten Zeit und nehme die Worte Pater Kentenichs tief in mich auf: „Es hat nie eine Zeit gegeben, in der Gott nicht an mich gedacht hat. Und es wird nie eine Zeit geben, in der er nicht an mich denken wird.“
* Nicht alles allein tun wollen, sondern Gott/ Maria konkret bitten: „Hilf mir...“
Gebet:
Vater, ich kann nicht leben ohne Vertrauen. Stärke mein Vertrauen auf dich. Du kannst alles! Öffne mich für die vielen kleinen Wunder, die du wirkst, damit ich sie wahrnehme und froh bin und dankbar. Hilf mir und lass mich nie ohne Hoffnung sein.
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7. Tag - Ja
Ganz zu mir selber stehen können. Eine Persönlichkeit mit Ausstrahlung sein. Danach sehne ich mich. Ich möchte gerne echt sein, stimmig, souverän, nicht in eine Rolle gezwängt, ohne Maske, frei. – Jedenfalls alles, nur nicht schwach, nicht begrenzt.
Aber was mache ich mit meinen Grenzen und Schwächen? Gibt es einen Schlüssel für die Annahme meiner selbst? Es gibt ihn.
„War es nicht immer so, dass der liebe Gott es geliebt hat, das Kleine zu wählen gegenüber dem Großen um durch das Kleine überaus Großes zu wirken?“
Schwächen und Schuld sind kein Hindernis, dass Gott durch mich wirken und meinem Leben Bedeutung geben kann.
Wenn ich das uneingeschränkte JA Gottes zu mir selber mitspreche, dann spreche ich ein Wort der Ewigkeit. Es ist wie ein heller Streifen am Horizont, wenn die Sonne aufgeht und jeder Nebel verschwindet.
Das JA zu mir ist Klarheit, Ruhe und Frieden.
Weil ich die Wirklichkeit zu leben beginne, die ich selber bin, und nichts anderes mehr.
„Darauf kommt es an – dass wir glauben lernen, dass Gott mich persönlich in meiner Eigenart unermesslich lieb hat.“
Konkret im Alltag anwendbar:
* „Durch unser Unansehnlichsein, durch unser Kleinsein, durch Anerkennung unserer Schwäche, unserer Begrenztheiten, unserer Fehler, ziehen wir das Auge des barmherzigen Vaters in einzigartiger Weise auf uns herab.“
* Einmal tief Luft holen und mir sagen: Ja – ich darf so sein wie ich bin, ich darf es wirklich!
Gebet:
Himmlischer Vater, „mit ewiger Liebe habe ich dich geliebt, darum habe ich dir so lange die Treue bewahrt“. Das sagst du mir. Ich möchte so gerne an deine Liebe glauben. Aber oft fällt es mir schwer, weil so vieles in mir Nein zu mir sagt. Bitte, lass mich deine grenzenlose Liebe spüren. Lass mich daran glauben, dass du mich so liebst, wie ich bin, und dass ich deswegen nicht abhängig bin von der Zustimmung meiner Umgebung. Hilf mir, das Beste in mir zur Entfaltung zu bringen unter der Sonne deiner Liebe.
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8. Tag – Einfach Riskieren
Einen sehr eigenständigen Weg gehen. Dem Druck der Masse standhalten.
Wie oft geht es mir so: Da passiert eine Gemeinheit. Ich sehe es, ich höre davon. Und ich schweige. Ich finde nicht die Kraft, mich zu entscheiden, mich einzumischen, mutig zu handeln.
„Wer nicht gelernt hat, kraftvoll gegen den Strom zu schwimmen, wer nicht gelernt hat, Grundsätze, die als wahr erkannt wurden, unter allen Umständen durchzuführen, wer nicht gelernt hat, sich für einen solchen Gegensatz gleichsam kreuzigen zu lassen, der muss immer damit rechnen, dass er morgen oder übermorgen zur Dutzendware gehört. ... Er muss damit rechnen, dass er morgen, übermorgen überall billig verkäuflich ist.“
Konkret im Alltag anwendbar:
* Nicht daran denken, was die anderen über mich denken, sondern daran, was Gott von mir will. Und bewusst etwas unabhängig von der Meinung anderer sagen oder tun.
* Mich in den Alltagsentscheidungen fragen: Wie würde Jesus oder Maria jetzt handeln?
Gebet:
Vater, hilf mir, meinen Weg konsequent zu gehen, egal, was die anderen sagen. Schenke mir die innere Kraft und – wenn nötig – Mut zum Risiko, auch wenn es wehtut. Las mich etwas von dem verwirklichen, was Menschsein ausmacht: Meine Freiheit leben! Ich will es heute wieder neu wagen – mit dir. Weil es glücklich macht.
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9. Tag – Wir können etwas verändern
Überall fehlen interessante Figuren. In der Gesellschaft, Wirtschaft, Politik, Unterhaltung, Religion und Kultur... Aber das kann auch unsere Chance sein.
Kriege, Terror, Klimakatastrophen, Wirtschaftskrisen,... Allem hilflos ausgeliefert, an unbedeutendem Posten? Oder kann ich doch etwas tun, dass Veränderung geschieht, etwas in Bewegung kommt, neue Wege gefunden werden? Ja, ich kann alles geben.
Spüren, dass ich gebraucht werde: mein Wort, mein Einsatz, mein mutiges Handeln, mein Aushalten, mein Schmerz, meine Opfer, mein Kämpfen...
... damit andere Halt finden durch mich.
... damit wenigstens da, wo ich bin, mehr Liebe, mehr Freude, mehr Frieden herrscht.
Es ist nicht gleichgültig, was ich denke und rede, wie ich handle. Mein kleiner Beitrag ist wertvoll.
Ich will ein Mensch sein, der ein zentrales Thema für sein Leben hat: lieben. Das, was ich tue, will ich zu einem Geschenk machen. Für dich, Gott. Damit deine Gnade andere Menschen berühren, stärken und wandeln kann.
Welt-Veränderung ist möglich. Sie liegt im Jetzt und in meiner nächsten Umgebung, nicht irgendwo auf dem Globus insgesamt. Die Zukunft gehört denen, die mit Gott zusammenarbeiten. --- Wahre Liebe drängt zu Taten.
Konkret im Alltag anwendbar:
* Heute etwas besser zu machen als bisher, engagierter, bewusster – nicht nur für mich, sondern für eine bessere Welt.
* Eine Arbeit, einen Schmerz, eine Freude Gott zum Geschenk machen: Das ist für dich. Damit Segen daraus wird.
Gebet:
Geliebter Gott, ich bin jung und neugierig auf diese Welt und alles, was das Leben mit mir vorhat. Es geschieht viel Schreckliches, was ich nicht ändern kann, wo ich hilflos zusehen muss. Aber du sendest mich jeden Tag, um in meiner Umgebung für eine neue Welt zu wirken, in der du und dein Wille der Maßstab sind und in der jeder Mensch geachtet wird. Gebrauche mich, gebrauche mein Herz, meine Hände und meine Worte.Nichts ohne dich – nichts ohne mich. Ja, ich bin bereit. Dir schenke ich mich mit meinem ganzen Dasein und allem was ich heute tue.